Neues Produktionssystem bei Liebherr-Hausgeräte

STAUFEN MAGAZINE 2022 | No. 5 | Liebherr Hausgeräte | Inspiration

„Damit arbeiten unsere Werke noch stärker Hand in Hand.“

Liebherr ist bekannt für die Fertigung qualitativ hochwertiger und zunehmend individualisierbarer Kühl- und Gefrierlösungen. Der Premium-Hersteller bietet Top-Qualität und eine große Vielfalt an Geräten für ein breites Kundenspektrum und die unterschiedlichsten Bedürfnisse. Dabei steht Liebherr vor der Herausforderung, die hohe Qualität und die dafür notwendigen Produktionsprozesse in den verschiedenen Produktionsstätten sicherzustellen. Mit einem einheitlichen Produktionssystem wird gewährleistet, dass alle Schritte und Abläufe an den Standorten in unterschiedlichen Ländern optimal organisiert werden.

Seit Jahrzehnten gehören die Kühl- und Gefriergeräte von Liebherr zum Premiumsegment und bedienen anspruchsvolle Bedürfnisse jeglicher Art. „Wir legen großen Wert darauf, ein breites Sortiment sowohl für Privathaushalte als auch für die professionelle Nutzung anzubieten“, sagt Hans-Christian Kraler, Global Lean Production Manager bei Liebherr-Hausgeräte. So können Privatkund*innen mit dem Online-Konfigurator „MyStyle“ mittlerweile die Innenausstattung ihres Kühlgeräts individuell festlegen und entscheiden, welches Design oder Farbe das Gerät haben soll oder ob es mit persönlichen Bildern und Texten bedruckt werden soll. Für die gewerbliche Kundschaft, zum Beispiel aus dem Lebensmitteleinzelhandel, der Gastronomie oder dem medizinischen Bereich, hat Liebherr spezielle Geräte entwickelt, die auf die Anforderungen der jeweiligen Branche zugeschnitten sind. Individualität und die Bedürfnisse der entsprechenden Zielgruppe stehen bei Liebherr im Mittelpunkt.

Jeden Tag verlassen mehr als 10.000 Kühl- und Gefriergeräte die Werkshallen

Die Kühl- und Gefriergeräte werden innerhalb des Werkverbunds in fünf Ländern produziert, unter anderem in Deutschland, Österreich und Bulgarien. Tausende Geräte verlassen täglich die verschiedenen Produktionsstandorte. Doch die zunehmende Variantenvielfalt bringt einen großen logistischen Aufwand mit sich, der nun weiter verringert wurde. „Wir hatten kein einheitliches Produktionssystem. Jedes Werk hat – etwas vereinfacht gesagt – sein Ding gemacht und die jeweiligen Produktionsprozesse eigenständig optimiert. Nun setzen wir viel stärker auf den Austausch zwischen unseren Produktionsstandorten. Damit arbeiten unsere Werke noch stärker Hand in Hand“, meint Hans-Christian Kraler.

Das Unternehmen wandte sich an die Staufen AG, um die notwendigen Veränderungen einzuleiten. „Bereits die erste Vorstellung der Berater war sehr überzeugend“, erinnert sich der Liebherr-Mitarbeiter. „Wir wussten zwar, was wir benötigten, aber nicht, wie wir dorthin kommen konnten. Staufen ist von Anfang an auf unsere Bedürfnisse eingegangen. Diesen individuellen Ansatz pflegen wir selbst gegenüber unseren Kunden, er war daher ein entscheidender Punkt.“

Liebherr Kitchen

„Der Mehrwert liegt für uns im Shopfloor Management! Durch unser Production System
haben wir unsere Kommunikation und Transparenz auf eine neue Ebene gehoben.“

GERHARD DIEWALD
Fabrikleiter, Liebherr-Hausgeräte Marica EOOD, Bulgarien

„Mit unserem Production System schaffen wir ein Verständnis für den gesamten Wertstrom, wodurch Investitionen nicht mehr isoliert betrachtet werden. Weiter diskutieren unsere Führungskräfte beim täglichen Shopfloor-Meeting die Abweichungen fachbereichsübergreifend und können so die wichtigen und richtigen Maßnahmen ableiten und umsetzen.“

MARCEL SNELDER
Fabrikleiter, Liebherr-Hausgeräte Lienz GmbH Austria

„Mit dem Production System haben wir Prinzipien erarbeitet, nach denen wir unsere Prozesse und Wertströme zukünftig gestalten werden. Unter Berücksichtigung lokaler Besonderheiten schaffen wir Standards und setzen Methoden ein, um einen kontinuierlichen Austausch zwischen den Werken sicherzustellen.“

MICHAEL FUCHS
Leiter Global Industrial Engineering, Liebherr-Hausgeräte GmbH

„Durch das Production System schaffen wir es, viele unterschiedliche Initiativen zu bündeln. So schaffen wir Transparenz und Klarheit für unsere Mitarbeitenden.“

CHRISTIAN UTZ
Fabrikleiter, Liebherr-Hausgeräte Ochsenhausen GmbH

Liebherr Kitchen

Shopfloor Management als Schlüssel zum einheitlichen Produktionssystem

Von Beginn an war allen Projektverantwortlichen klar, dass der Veränderungsprozess einige Zeit in Anspruch nehmen und nur erfolgreich sein würde, wenn in allen Werken eine einheitliche Sichtweise herrscht. Um das zu gewährleisten, wurde in mehreren Workshops zunächst das Konzept eines werkübergreifenden Produktionssystems erarbeitet. Die Analyse der einzelnen Standorte brachte Aufschluss darüber, welche Stärken in Bezug auf Lean Management dort bereits vorhanden waren und welche Potenziale unter anderem in den Bereichen Wertstrom und Logistik noch nicht voll ausgeschöpft wurden. Lean-Experte Kraler weiter: „So wurden Schritt für Schritt Prinzipien erarbeitet und gemeinsam Regeln definiert, nach denen in den einzelnen Fertigungsstätten gearbeitet werden soll.“

Gleichzeitig wurden Potenziale für Leuchtturm-Projekte identifiziert, mit denen der Veränderungsprozess in den Werken in Deutschland, Österreich und Bulgarien schließlich initiiert wurde. Ein wichtiger Bestandteil des neuen Produktionssystems war dabei die Einführung des Shopfloor Management. „Einerseits haben wir dadurch an den Standorten eine ergebnisorientierte Führung geschaffen und andererseits für eine wertstromorientierte stabile Prozessgestaltung gesorgt“, sagt Hans-Christian Kraler. „So wurde Shopfloor Management zum Schlüssel im Prozess, um möglichst viele Mitarbeitende vor Ort davon zu überzeugen, permanent weiter zu optimieren.“

Portrait Hand

Hans-Christian Kraler

Global Lean Production Manager

Liebherr-Hausgeräte

Nächster Schritt: Konsequente Plattformstrategie

Mittlerweile ist Liebherr in der Phase, in der das neue Produktionssystem flächendeckend in den Werken ausgerollt wird. „Wir haben dort jetzt ein Verständnis für den Wertstrom von der Supply Chain bis zur Produktion. Einer der größten Pluspunkte des neuen Systems ist, dass die Werke sehr schnell die Vorteile erkannt haben“, erklärt Hans-Christian Kraler. Aber damit ist der Change-Prozesse bei Liebherr noch nicht abgeschlossen: „Das neue Produktionssystem ist nur ein erster Baustein. Um weitere Potenziale zu heben und unsere Produktionsanlagen in den kommenden Jahren weiter zu standardisieren, bauen wir konsequent unsere Plattformstrategie aus.“

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Magazinartikel ZU Liebherr-HAUSGERÄTE

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