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„Durch Shopfloor Management haben wir bei der Lean Transformation so richtig Fahrt aufgenommen.“

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Mai 3, 2022 | Lean Management

Um ihre volle Wirkung zu entfalten, muss eine Lean Transformation alle Ebenen eines Unternehmens umfassen. Das kommt einem Marathon gleich, erzählen Alexander Burgbacher und Stephan Filthuth im Podcast. Die von ihnen geführte Insta GmbH hat den ersten Marathon noch nicht beendet, doch schon jetzt ist klar: Es wird einen zweiten geben. 


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Seit 1970 produziert die Insta GmbH aus Lüdenscheid elektronische Komponenten und Systeme. Die Lösungen der Sauerländer für Gebäudetechnik, Smart Home, IoT-Technik und Industrieelektronik gelten als richtungsweisend. Bereits mehrfach wurde das Unternehmen als eines der innovativsten in der Branche ausgezeichnet. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Um im Wettbewerb stets agil, flexibel und wandlungsfähig reagieren zu können, hat der BestPractice Partner der Staufen AG sich für die Langstrecke entschieden, um alle Ebenen des Unternehmens zu erreichen.

Mit Lean Management zu besserer Wettbewerbsfähigkeit

Alexander Burgbacher, Geschäftsführer, Insta GmbH

Der Startschuss für den Lean-Marathon war bereits vor rund zehn Jahren. Neue Wettbewerber im Bereich Smart Home drängten auf den Markt, der wirtschaftliche Druck für Insta wurde größer. „Damals habe ich gesehen, dass sich im Vergleich zu anderen Unternehmen in der Supply Chain und in der Produktion bei uns wenig bewegt hat“, sagt Geschäftsführer Alexander Burgbacher. In dieser Situation sollten Lean-Methoden dem Unternehmen helfen, so produktiv zu werden, wie es nur geht.

„Am Anfang haben wir uns an den Methoden entlang gehangelt und auch festgehalten. Für jede Veränderung musste es einen Investitionsnutzen geben“, erinnert sich Stephan Filthuth, Head of Production. „Erst als wir die ersten Früchte geerntet hatten, wurden wir lockerer und haben auch mal mit den Methoden experimentiert.“

Stephan Filthuth, Head of Production, Insta GmbH

Qualität statt Tempo im Transformationsprozess

Dabei spielte das Tempo der Transformation zunächst eine untergeordnete Rolle. „Es gibt keine Blaupause, um den richtigen Speed zu finden“, sagt Insta-Geschäftsführer Burgbacher. Letztendlich hänge die Geschwindigkeit immer von den Zielen ab, die ein Unternehmen erreichen möchte. Ihm war die Qualität der Transformation wichtiger als das Tempo. „Wir haben die Qualität daran festgemacht, wirklich das ganze Unternehmen auf die Reise mitzunehmen und den Erkenntnisgewinn jedem zukommen zu lassen. Denn daraus entsteht letztendlich die intrinsische Motivation, damit das Ganze nachhaltig bestehen bleibt“, meint Burgbacher mit Überzeugung.

Shopfloor Management als Stellschraube für Veränderung

Ein wichtiger Stellhebel, um mit der Lean Transformation voranzukommen, war die Einführung des Shopfloor Management. Die stärkere Präsenz der Führungskräfte am Ort der Wertschöpfung zog weitere Veränderungen im Unternehmen nach sich. „Nach der Einführung stellten wir fest, dass wir die Leute konkreter ausrichten müssen, also mehr die Themen Leadership und Verantwortung reinbringen müssen. Da haben wir richtig Fahrt aufgenommen“, sagt Produktionschef Filthuth.

Alexander Burgbacher ergänzt: „Wir investieren viel Zeit in den Erkenntnisgewinn im Unternehmen, denn damit kommen auch die nächsten Reifestufen.“ Eine Stufe war die Schaffung von Transparenz bei den Produktionsabläufen, eine weitere die Schaffung sogenannter Inseln in der Produktion: „Eine einzelne Insel als Pilot zu starten war ein großer Erkenntnisgewinn, dann diese Erfahrungen zu multiplizieren und es wirklich auszurollen.“

Verbesserungen im Leadership mit Kata

Die nächste Stufe wird bei Insta das Thema Leadership-Kata sein – also die regelmäßige Verbesserung der Führungsleistung. Stephan Filthuth: „Wir wollen schneller werden, wir wollen uns besser auf veränderte Situationen einstellen können und wir wollen auch kurzfristig nachregeln, und zwar auf jeder Ebene.“ Das gelinge nur, wenn jede Ebene Entscheidungsfreiheit habe und die Methoden kenne, um Verbesserungen zu erzielen.

Alexander Burgbacher: „Am Ende geht es um den gesunden Menschenverstand und darum, auf dieser Basis vernünftig zusammenzuarbeiten. Da hat uns die Lean-Methode extrem geholfen.“

Da sei man als Unternehmen einen Riesenschritt vorangekommen, stimmt Stephan Filthuth zu. In diesen Zeiten, in denen es durch Corona, Materialverknappung und andere Probleme sehr stressig sei, habe das Unternehmen zwar zu kämpfen. „Aber dass wir das jetzt so gut machen, liegt daran, dass wir über alle Bereiche einen anderen Zugang zueinander gefunden haben. Die Zusammenarbeit klappt richtig gut, obwohl es echt anstrengend ist. Aber noch vor ein paar Jahren hätten wir das so nicht geschafft.“

Lean als Teil der Unternehmenskultur

Doch es mache keinen Sinn, Lean-Methoden nur auf Produktionsebene einzuführen. Lean müsse Bestandteil der gesamten Unternehmenskultur werden. Die Transformation bei Insta geht deshalb weiter. Insta-Geschäftsführer Burgbacher: Wir haben mit einem Marathon angefangen, das war uns auch klar. Am Anfang dachten wir, wir laufen 10 Kilometer. Dann haben wir festgestellt, man kann noch mal 10 dranhängen. Und jetzt würde ich mal sagen, wir sind irgendwo bei 30 oder 35 Kilometern angekommen und die nächsten Kilometer wollen wir ganz schnell machen. Und kurz vorm Ziel stellen wir fest: Wir müssen den zweiten Marathon laufen. So wird es wahrscheinlich sein. Es ist ein ständiges Verändern.“

Moderation

Janice Köser

Janice Köser
Academy Manager
Staufen AG

Gesprächspartner

Alexander Burgbacher
Geschäftsführer
Insta GmbH

Gesprächspartner

Stephan Filthuth
Head of Production
Insta GmbH

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