LEAN ABC – INTERVIEW MIT MATTHIAS GRAMER

STAUFEN MAGAZINE 2021 | No. 4 | Deutsche Bahn Fernverkehr

Herr Gramer, warum haben Sie sich für die Staufen AG entschieden, um das interne Trainingsprogramm auf- und umzusetzen?

Matthias Gramer: Wir hatten das Ziel für DB Fernverkehr hinsichtlich Größe und Unternehmenskultur sowie der spezifischen Herausforderungen eine maßgeschneiderte Lösung zu finden. Das Trainingskonzept sollte speziell an uns und unsere Bedürfnisse angepasst werden, allerdings mit externer Expertise und Marktstandards; gleichzeitig galt es, einen starken Praxisbezug zu wahren. Die Staufen AG stellte sich zielgerichtet darauf ein. Mit der Expertise und Erfahrung in Bezug auf die maßgeschneiderte Konzeption und Durchführung von Trainingsprogrammen für Lean Experten und Führungskräfte hat sie uns überzeugt.

Es war uns zudem wichtig, mittelfristig in diesem Bereich von externen Partnern unabhängiger zu werden, und der Staufen-Ansatz beinhaltete von Anfang an ein entsprechendes Train-the-trainer-Konzept für unsere DB-Kollegen / -Kolleginnen. Dadurch konnten die Trainings sukzessive DB-intern, also in Eigenregie, durchgeführt werden.

Wie wurde der Ihnen so wichtige Praxisbezug realisiert?

Matthias Gramer: Die Trainings, sowohl für unsere Lean Experten als auch für die Führungskräfte, fanden durchgängig an Standorten statt, an denen wir auch Instandhaltungswerke unterhalten, meistens in den Werken selbst. In den Trainingsdesigns waren immer Workshop-Teile vorgesehen, die vor Ort an realen Prozessen und Problemstellungen durchgeführt wurden. Dies hatte den Nebeneffekt, dass wir das eine oder andere knifflige Thema im Rahmen der Ausbildungen erkennen und Probleme oft sogar direkt lösen konnten.

Aus betriebstechnischen Gründen war es nicht möglich, fortlaufend im Fernverkehrswerk Abläufe zu untersuchen oder anzupassen. Daher erarbeiteten wir eine neue Simulation, die im Wesentlichen auf dem Modell eines ICE-Zuges basiert. Damit konnten wir sozusagen den Shopfloor in den Schulungsraum transportieren und Prozesse praxisnah simulieren und optimieren. Egal ob Wartungsschritte oder effiziente Reinigung – dank eines abnehmbaren Dachs und einer vollständigen Innenausstattung konnten wir die wichtigsten Abläufe untersuchen und optimieren, insbesondere auch hinsichtlich der Zusammenarbeit der vielen Beteiligten.

Wie wirkte sich das Trainingsprogramm auf die internen Abläufe aus?

Matthias Gramer: Die Arbeit und Kommunikation in den Teams, aber auch zwischen den Abteilungen ist besser geworden. Wir sprechen mehr und mehr die gleiche Sprache in Bezug auf Lean / Performance Management und haben grundsätzlich ein viel besseres gemeinsames Verständnis dafür, was wir erreichen wollen und wie wir dabei vorgehen – und das Ganze bereichsübergreifend. Denn so war das Lean ABC angelegt: bereichs- und funktionsübergreifend. Für die Führungskräftetrainings bedeutete dies z. B., dass ich als Bereichsleiter mit Teamleitern und Meistern im Training saß, genauso wie meine Instandhalter und Bereitsteller mit Kollegen aus dem Fahrplan oder der Flotte. Dies war zwar anspruchsvoll, weil die Hintergründe und Bedürfnisse der Teilnehmer sehr unterschiedlich waren, es hat uns aber geholfen, ein gemeinsames Verständnis für die Sache und für einander zu kreieren.

Wie wird das Lean ABC bei DB Fernverkehr in die Zukunft
geführt?

Matthias Gramer: Dank der hierarchie- und bereichsübergreifenden Zusammensetzung der Teilnehmer in den Schulungen ist es uns jetzt möglich, Lean-Prozesse auf verschiedenen Ebenen besser umzusetzen. Auch sind unsere Führungskräfte jetzt befähigt, selbstständig eine nachhaltige Veränderungskultur zu etablieren. Denn Veränderungen entstehen durch Vorleben, nicht durch Vorlesen. Wir sind jetzt also an einem Punkt, an dem wir die Lean-Arbeitsweise vor Ort in den einzelnen Bereichen weiter optimieren können und dadurch mehr und mehr „lean“ werden.

Auf Basis des gemeinsam mit Staufen für DB Fernverkehr entwickelten Lean-ABC wird nun im DB Konzern das Lean-Exzellenz ABC ausgerollt und so die gemeinsamen Erkenntnisse und Erfahrungen genutzt, um im gesamten Konzern die Themen Lean und Exzellenz in den Prozessen voran zu bringen.

Mit der Expertise und Erfahrung in Bezug auf die maßgeschneiderte Konzeption und Durchführung von Trainingsprogrammen für Lean-Experten
und Führungskräfte hat die Staufen Akademie uns überzeugt.

Matthias Gramer, COO, DB Group

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