„Das Ganze ist kein Einmalprojekt, sondern eine Lean-Enterprise-Reise“

Februar 7, 2022 | Akademie, Lean Management

Man kann von einem großen mittelständischen Unternehmen sprechen: Die Kreissparkasse Göppingen weist eine Bilanzsumme von 6,3 Milliarden Euro auf, verfügt über mehr als 60 Filialen und Selbstbedienungsstandorte und beschäftigt mehr als 1.000 Mitarbeitende. Das Geldinstitut gehört dem BestPractice Partnerkreis der Staufen AG an. Dieser repräsentiert Unternehmen, die in ihrer Organisation und ihren Prozessen BestPractice-Lösungen umgesetzt haben.

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Lisa Rinzivillo, Referentin Lean Management, Kreissparkasse Göppingen

Lisa Rinzivillo ist seit elf Jahren bei der Kreisparkasse (KSK) und seit 2018 Lean Trainerin.: „Im Zuge meines Studiums der Wirtschaftspsychologie habe ich mich auch auf Change Management spezialisiert, um später das theoretische Wissen in die Praxis umzusetzen.“ Es folgte eine Bewerbung auf die Stelle als Lean Manager in der Sparkasse. „Als ich die Stelle bekommen hatte, wurde ich bei der Staufen AG entsprechend ausgebildet.“ Lisa Rinzivillo durchlief die Lean Experten & Trainer Ausbildung. Zuerst mit der Lean Basisausbildung, dann der Lean Administration Ausbildung und anschließend folgte die Ausbildung zum Lean Trainer.“

Auf die innere Stimme hören

Man kennt das Thema Lean in erster Linie aus produzierenden Unternehmen. „Die Entscheidung, als Finanzinstitut ein ganzheitliches Lean-Konzept anzuwenden und auf bankeigene Vorgänge und Prozesse zu übertragen, kam aus dem Unternehmen selbst und war Resultat einer Mitarbeiterbefragung.“

Kernpunkt war eine mangelnde Kommunikation: wenige Informationen top-down und geringer Gestaltungsspielraum durch geringe Möglichkeiten, Informationen bottom-up zu transportieren. „Hinzu kam, dass unser Vorstand auf Entwicklungen wie Digitalisierung, Niedrigzinspolitik, die Regulatorik und auch den Wettbewerb mittels Prozessoptimierung reagieren wollte.“

„Natürlich ist uns die Effizienzsteigerung besonders wichtig“

„Für Belange im Rahmen der Effizienzsteigerung stehen wir als Lean Trainer unseren Kolleginnen und Kollegen als Partner auf Augenhöhe zur Seite und unterstützen sie im Rahmen von KVP-Workshops (KVP = kontinuierlicher Verbesserungsprozess), um Problemfelder zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen abzuleiten, die dann auch verbindlich umgesetzt werden.“

„Wir haben bei uns Visual Performance Management eingeführt, sprich Boards und Stehungen. Als Lean Trainerin habe ich die Aufgabe, die Stehungen der Führungskräfte zu begleiten und dem jeweiligen Moderator bzw. der Moderatorin ein Feedback zur Weiterentwicklung zu geben.“ „Das Aufgabengebiet ist sehr vielseitig.“ Da das Thema Lean Management den Fokus auf die Kulturveränderungen im Unternehmen legt, ist es wichtig, vor Ort präsent zu sein.

KVP ergänzt um Ideen

Eine weitere Aufgabe ist, das Thema Lean Management kontinuierlich weiterzuentwickeln und hier entsprechende Konzepte auszuarbeiten. „So haben wir zum Beispiel unsere Schulungen von ursprünglich einem Tag in Präsenz auf 1,5 Stunden digital umgestellt und auf diese Weise optimiert, ebenso unseren KVP, der bei uns um den Faktor Ideen ergänzt wurde.“ In der Folge wurde der KVP in KVIP umbenannt und findet nun digital statt.

„Bei uns hat sich ganz viel verbessert“

Der ganzheitliche Ansatz bezieht alle ein. „Es hat gute fünf Jahre gedauert, aber Lean ist bei uns inzwischen ein fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur geworden.“ Das Kernziel wurde erreicht: „Insgesamt sind wir in unserer Kommunikation schneller und effizienter geworden.“ „Wir kommen immer weiter weg von der Haltung „Ist nicht meine Aufgabe, soll jemand anderes machen“ hin zu einer Haltung in Richtung „Okay, ich schau mal, was ich machen kann, um mein Problem zu lösen, und halte dann auch Rücksprache mit den Fachbereichen“.“

„Wir können sagen, dass wir durch Lean Management eine nachhaltige Veränderung im Verhalten der Führungskräfte erreicht haben.“

Lisa Rinzivillo, Referentin Lean Management, Kreissparkasse Göppingen

„Mut ist wichtig, um neue Wege zu gehen und die bekannten alten Zöpfe abzuschneiden“

„Ich gebe jedem den Rat, sich mit ähnlichen Unternehmen auszutauschen, die diesen Weg bereits gegangen sind und möglichst frühzeitig auch damit anzufangen. Gleichzeitig ist es sinnvoll, Spielraum für die individuellen Gegebenheiten im eigenen Unternehmen einzuplanen, da Flexibilität und Individualität mehr Akzeptanz schaffen.“

Auch der Raum für die Sorgen und Bedenken, aber auch das Mitwirken der Mitarbeitenden sei wichtig, so Lisa Rinzivillo. „Ich denke, dass sich die ganze Branche verändern muss, um langfristig bestehen zu können.“ Es brauche neue Geschäftsmodelle und die Möglichkeit für den Kunden bzw. die Kundin, Produkte online abzuschließen, vor allem diejenigen Produkte, die keine Beratung erfordern. „Möglichst so, dass Kunden nicht wegen einer einzigen Unterschrift extra in die Bank kommen müssen. Zudem müssen Abstimmungsvorgänge deutlich beschleunigt werden und die Bürokratie in den Banken muss reduziert werden.“

Entwicklung bei Staufen.Inova

„Ich persönlich denke, dass es kein Unternehmen geben wird, das sich langfristig nicht mit Lean Management beschäftigen wird.“

Lisa Rinzivillo, Referentin Lean Management, Kreissparkasse Göppingen

Moderation

Janice Köser
Manager Academy
STAUFEN.AG

Gesprächspartnerin

Lisa Rinzivillo
Referentin Lean Management
Kreisparkasse Göppingen

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