Effizienz und Nachhaltigkeit in der Agrarwirtschaft

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STAUFEN MAGAZINE 2022 | No. 5 | Louis Dreyfus Company | Inspiration

Die Louis Dreyfus Company investiert in Brasilien, um die international wachsende Nachfrage nach Orangensaft zu decken.

Natürlicher Orangensaft ist reich an Vitaminen und Mineralien. Er beinhaltet bioaktive Substanzen wie phytochemische Substanzen, die wichtige Bestandteile einer gesunden und ausgewogenen Ernährung sind. NFC Produkte, „not from concentrate – nicht aus Konzentrat“, bieten deshalb Konsumenten einen hohen Mehrwert. NFC Produkte gehören aktuell zu den wichtigsten Investitionen der Louis Dreyfus Company in Brasilien für den internationalen Markt. Brasilien ist der größte Orangenexporteur der Welt, hat aber mit andauernden Ernte- und Klimaproblemen zu kämpfen. Die letzte Ernte wurde durch Trockenheit und Frost beeinträchtigt.

Wir sprachen mit Jorge Costa, Juice Operations Director bei der Louis Dreyfus Company (LDC), über die Investitionen des Unternehmens und die steigende Nachfrage in Asien, Europa und den Vereinigten Staaten. Er berichtete, dass LDC mit der Unterstützung von Staufen seine operative Exzellenz und damit seine Ergebnisse verbessern möchte.

Portrait Jorge Costa

Jorge Costa

Juice Operations Director

Louis Dreyfus Company (LDC)

Die Orangensaftkette ist recht komplex durch viele Lieferanten und durch Rohstoffe, die zahlreichen Gefahren ausgesetzt sind. Es gibt wenig Spielraum um kurzfristige Schwankungen auszugleichen. Welche Investitionen tätigt LDC in Brasilien, um die Effizienz in diesem Bereich zu verbessern, der von so vielen Widrigkeiten und Unwägbarkeiten geprägt ist?

Die Orangensaftkette ist in der Tat komplex. Sie wird von klimatischen Bedingungen beeinflusst, die sich unmittelbar auf die Fruchterzeugung und damit auf die gesamte Kette auswirken. Wir haben extreme Umstände erlebt. Im Jahr 2021 reduzierten Dürren und Forst die Ernte in Brasilien um 16 %. Trotzdem stieg die Produktion von NFC-Saft im selben Jahr um 66 %. NFC ist eine der aktuellen Investitionen von LDC vor dem Hintergrund der steigenden Nachfrage in Asien, Europa und den Vereinigten Staaten, wo die Verbraucher nach einem frischeren und natürlicheren Produkt Ausschau halten.

LDC investiert ständig in seine Mitarbeitenden, in seine Anlagen sowie in Technologien und Initiativen zur Sicherstellung und Vereinfachung des Produktionsprozesses. Ein Beispiel dafür ist die Investition in eine neue Software für das digitale Performance Management, die Abweichungen von den betrieblichen Abläufen verhindern und die Ursachenanalyse möglicher Probleme erleichtern soll. Ein weiteres Beispiel ist die Flotte von Schiffen, die zu 100 % für den Transport von Säften und Nebenprodukten eingesetzt wird. Unser Ziel ist es, die Effizienz zu verbessern und zu gewährleisten, dass das Produkt pünktlich, sicher und zuverlässig sein Ziel erreicht.

LDC hat vor kurzem angekündigt, dass es seine Produktions- und Lagerkapazitäten für NFC-Orangensaft im Werk Matão in São Paulo, Brasilien, erweitern wird, um vor allem den ausländischen Markt zu bedienen. Wie wichtig sind Europa, Asien und die Vereinigten Staaten für das Saftgeschäft von LDC heute?

Brasilien ist der größte Exporteur von Orangensaft in der Welt. Die Erhöhung der Produktion und der Lagerkapazitäten von NFC ermöglicht es uns, die wachsende Nachfrage nach diesem Produkt mit hohem Mehrwert zu bedienen und unsere Position als einer der wichtigsten Verarbeiter und Händler von Orangensaft in der Welt zu stärken.

LDC verwaltet mehr als 25 Tausend Hektar Zitrusfruchtplantagen. Wir wissen, dass Sie das Thema Nachhaltigkeit sehr ernst nehmen, da Ihr Unternehmen in hohem Maße von der Gesundheit des Bodens und des Klimas abhängig ist. Was wurde in dieser Angelegenheit bereits unternommen und welche Herausforderungen sind noch zu meistern?

Wir arbeiten daran, unsere Wertschöpfungskette positiv zu verändern. Wir teilen unser Fachwissen mit den Erzeugern in den Regionen, in denen wir tätig sind. Dies tun wir selbst oder mit Geschäftspartnern und spezialisierten Organisationen im Rahmen unseres Engagements für verantwortungsvolle, nachhaltige und rückverfolgbare Lieferketten.

Die Förderung einer zunehmend nachhaltigen Saftproduktion hat bei LDC hohe Priorität. Daran arbeiten wir in unseren eigenen Betrieben und nehmen Einfluss auf unsere Lieferanten, damit sie in ihren Betrieben nachhaltige Praktiken in Übereinstimmung mit unserem Verhaltenskodex für Lieferanten anwenden.

In allen unseren Betrieben konzentrieren wir uns nach wie vor darauf, unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern. Wir haben die CO2-Emissionen reduziert und die Menge des auf Deponien entsorgten Abfalls von Jahr zu Jahr verringert. Außerdem verwenden wir 100 % der Früchte. Bei uns wird kein Teil bei der Verarbeitung verschwendet.

Darüber hinaus sind alle 38 von LDC verwalteten Farmen nach den Standards der SAI-Plattform und 32 Farmen auch von der Rainforest Alliance zertifiziert.

Orange Plantage LDC

Wir haben die CO2-Emissionen reduziert und die Menge des auf Deponien entsorgten Abfalls von Jahr zu Jahr verringert. Außerdem verwenden wir 100 % der Früchte. Bei uns wird kein Teil bei der Verarbeitung verschwendet.“

ORGE COSTA
Juice Operations Director, Louis Dreyfus Company Sucos S. A.

Wie trägt die Digitalisierung dazu bei, die Früchte besser zu nutzen, den Verbrauch von Betriebsmitteln zu verringern und die Effizienz der Prozesse in der gesamten Produktionskette, also von der Obstplantage bis zur Auslieferung des Saftes an die Kunden, zu steigern?

Wir bemühen uns um verantwortungsvolle landwirtschaftliche Praktiken, wie z. B. den gewissenhaften Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und die tägliche Analyse und Einstellung der Maschinen, um sicherzustellen, dass wir nur die notwendige Menge an Pestiziden und Wasser verwenden. Außerdem setzen wir eine Technologie ein, die Daten von Schädlingsinspektoren sammelt und weitergibt, so dass unsere Teams die Plantagen sehr genau überwachen können.

Mit unserer digitalen Plattform Trace LDC können unsere Kunden den gesamten Weg der gekauften Produkte von der Plantage bis zur Auslieferung detailliert verfolgen. Die Plattform basiert auf der Blockchain-Technologie und liefert Zertifizierungsdaten für unsere Farmen und Einrichtungen sowie Informationen über unsere Standards für Lebensmittelsicherheit und Nachhaltigkeit.

Im Rahmen der Bemühungen von LDC zur Gestaltung einer kohlenstofffreien Wirtschaft haben wir auf einem unserer modernisierten Saftschiffe erfolgreich einen Versuch mit Biokraftstoff durchgeführt. Dabei wurde für eine 55-tägige Reise von Gent (Belgien) nach Santos (Brasilien) und zurück mit einer vollen Ladung NFC und gefrorenem Orangensaftkonzentrat erstmals ein mit Biokraftstoff B30 gemischter Schiffskraftstoff verwendet.

Herr Costa, Sie sind seit fast 30 Jahren in der Agrarwirtschaft tätig, die meiste Zeit davon in Führungspositionen. Was sind Ihre größten Herausforderungen bei der Arbeit mit Menschen, und welche Eigenschaften halten Sie bei einer Führungskraft für unerlässlich?

Die größten Herausforderungen bestehen darin, unseren Mitarbeitenden die Instrumente und Möglichkeiten an die Hand zu geben, die sie benötigen, um ihr volles Potenzial zu entfalten, unabhängig davon, wo sie sind und welche Funktion sie innehaben.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Führungskräfte Verständnis für die Individualität, die Fähigkeiten und die Entwicklungsbedürfnisse jedes einzelnen Mitarbeitenden aufbringen. Dies gilt noch stärker in einem so grundlegenden Sektor wie dem, in dem LDC tätig ist. Unser Unternehmen spielt eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung und Modernisierung der gesamten Lebensmittelversorgungskette. Wir halten ständig Ausschau nach kreativen, vorausschauenden Problemlösern, die sich für unsere Arbeit im globalen Lebensmittelsystem begeistern.

3

Zitrusfrucht-Werke und ein hochmodernes Saftterminal im Land

> 25,000

Hektar Zitrusplantagen

> 30

Jahre im Saftgeschäft

> 60

Industrie- und Logistikeinheiten in Brasilien

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Magazinartikel ZU Louis Dreyfus

Effizienz und Nachhaltigkeit in der Agrarwirtschaft

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