Kurswende Lebensmittelsektor: Die Zukunft im Blick

Dezember 4, 2020 | Allgemein, Lean Management, Nachhaltigkeit

CO2 -Emissionen, Lebensmittelverschwendung und hohe Rohstoffpreise–Die Lebensmittelindustrie steht vor einer erforderlichen Kurswende. 
 

Eine genaue Prognose ist nicht möglich

Gesellschaftliche Trends wie Urban Gardening und Technologien wie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz werden den europäischen Food Sektor von morgen beeinflussen.

Zusätzlich wird ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren wie die Lebensmittelpolitik, Konsumgewohnheiten, Landwirtschaft, internationaler Handel und Rohstoffverfügbarkeit die Lebensmittelindustrie prägen. Ein genaues Zukunftsbild lässt sich hieraus jedoch nicht ableiten.

Mit Szenarien die Zukunft greifbar machen

Im Rahmen einer neuen Studie des europäischen Forschungsprojekts FOX* wurden drei Zukunftsszenarien für das Jahr 2035 mit unterschiedlichen Hauptakteuren aufgestellt, die ein zukunftsorientiertes Handeln ermöglichen sollen.

Während im ersten Szenario die Politik den wesentlichen Treiber des Wandels darstellt und Wohlfahrtsstaaten zentral für nationale Ernährungssicherheit sorgen, stehen bei dem zweiten Entwicklungspfad die Gesellschaft und die Verbraucher im Fokus, die einen grünen und gesunden Lebensstil genießen. Im dritten Szenario dominieren sowohl die CO2-Währung als auch Einzelhändler den Handel und das Konsumverhalten. In allen drei Szenarien verändert sich das Ernährungssystem in Richtung mehr Nachhaltigkeit. Link zur Studie.                                                               

Die Staufen AG hat unter Leitung des Food & Beverage Lean Professionals Axel Davila an der Erstellung der Szenarien und Ausarbeitung der Studie mitgewirkt. Der Expertenaustausch erfolgte im Wesentlichen zum Thema „Wie muss die Lebensmittelproduktion zukünftig gestaltet sein, um einen optimalen Wertstrom darzustellen?“

Die Kunst des schlanken Denkens

Allen drei Szenarien ist gemein, dass sich der Prozess vom Saatgut bis zum Konsumenten verändern wird. Dies bewirkt einen Handlungsdruck für alle Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette.

Die Lebensmittelindustrie kann sich hier die Lernkurve anderer, hoch optimierter Industrien zu nutze machen: Ein Lean-Management-Ansatz ist heutzutage schon selbstverständlich.

Hier lauert aber auch ein Fallstrick: Betrachtet man z.B. lediglich die Verarbeitung von Lebensmitteln, so stößt man aufgrund der Produktionscharakteristika der Lebensmittelindustrie automatisch auf das 2. Leanmerkmal „Fluss“ in nahezu idealer Form. Daher wird häufig die Voraussetzung hierfür, das 1. Leanmerkmal „Störungsfreiheit“, außer Acht gelassen: Die Anlagen laufen nicht 100% der Zeit mit 100% Leistung und liefern nicht 100% Qualität. Nicht nur, dass dadurch wertvolle Kapazität verschenkt wird, es werden auch Rohstoffe verschwendet.

Bereits heute findet man in anderen Industrien hierauf eine Antwort: Eine Kombination aus Manufacturing Analytics und Total Productive Maintenance sorgt dafür, dass die prozessualen Ursachen ermittelt und in Korrelation gesetzt werden. Entsprechend kann dann das richtige Maß an Pflege der Anlagen(-teile) definiert werden, um die Anlagen (und Rohstoffe) maximal zu nutzen.

Erweitert man den Blick auf die gesamte Wertschöpfungskette kann dort noch sehr viel mehr von anderen Industrien gelernt werden: Partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Akteure.

STAUFENs Food Experte Axel Davila ist davon überzeugt: „Um die Nahrungsversorgung in der Zukunft für alle Menschen sicherzustellen, muss der gesamte Farm to Fork Prozess betrachtet und die sogenannte „Flusseffizienz“ verbessert werden. Die singuläre Betrachtung und Verbesserung einzelner Prozessschritte, wie z.B. Herstellung oder Transport, reicht nicht aus, da dies rein auf „Ressourceneffizienz“ zielt.

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