Entscheidungen wirken – Fokus, Tools und Habitus für entscheidungs­freudige Leader

August 19, 2020 | Allgemein, Reset after crisis

Entscheidungen wirken

Entscheidungen wirken. Wir können uns nicht nicht-entscheiden. Und vor allem wenn wir uns einreden, es sei besser, uns nicht zu entscheiden, kann es möglicherweise gefährlich für uns und andere werden. Wir vermeiden vielleicht kurzfristig Kosten oder Aufwand, schieben aber oft Probleme und Handlungsbedarf nur nach hinten, was uns am Ende sogar noch heftiger treffen könnte. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Nur wer entscheidet, der bewegt, verändert und verbessert die Lage. Wenn wir uns nicht bewusst und mutig entscheiden, verpassen wir Gelegenheiten, gerade weil wir zögern, aufschieben oder eben nicht handeln. Wir tun uns selbst und anderen damit nicht gut, da nicht-entscheiden auch etwas mit einer ungesunden Vermeider-Haltung und schlechtem Vorbild zu tun hat.

Was das Leben und auch die Geschäftswelt bereichert, ist eine positive Entscheider-Kultur, die sich der sonst unvermeidlich drohenden Mittelmaß-Falle entgegenstellt: Eine proaktive Kultur, die die persönliche und gemeinsame Wirksamkeit, Wertschöpfung und Wertschätzung fördert und es sichtbar macht, dass Entscheidungen wichtig und wertvoll sind. So gedeihen Entscheidungsfreude, Entscheidungskraft und Entscheidungskompetenz. Entscheidungen, die positiv wirken, werden zur professionellen Gewohnheit.

In unseren volatilen, unsicheren und komplexen Zeiten sind Entscheidungen für uns keine Wahl. Wenn wir nicht selbst entscheiden und Führungsverantwortung für unser Leben, unseren Job und unsere Wirklichkeit übernehmen, wird dies jemand anderes für uns tun. Wer sich nicht entscheidet, fängt irgendwann an zu sägen und sägt dann immer mehr; und dies an „Bäumen“ oder auf „Baustellen“, die er oder sie sich nicht einmal selbst gewählt hat. Wer sich nicht für eine strategische Richtung oder Zukunftsvorstellung entscheidet und messbaren Zielen und klaren Strategien im Alltag folgt, wird vom „Feuerwehr-Modus“ getroffen. Viele Menschen und Unternehmen, verschwenden bis zu 80 Prozent der Energie, Ressourcen, Zeit und Geld damit „Feuerwehr“ zu spielen, im täglichen Kampf gegen Mails, spontane Aufgaben, ad hoc Probleme, unendlich viele Ablenkungen und eine wegen Entscheidungsfaulheit und -trägheit nicht-priorisierte Wirklichkeit. Wer sich nicht bewusst zur Selektion und Priorisierung der wichtigen und dringlichen „Eingänge“ im Leben entscheidet, wird früher oder später erschlagen von einer Flut aus Fremdbestimmung und Überladung. Ein böser Nebeneffekt ist, dass für die eigentliche Routine und das relevante wertschöpfende Tagesgeschäft nur ein Bruchteil übrig ist, eben die restlichen 20 Prozent, um die Dinge irgendwie halbwegs gut geregelt zu bekommen. Was nicht bleibt, ist Spielraum für Verbesserung, bewusst gestaltete Veränderung, Ideenzeit oder gar Pufferzeit.

Exzellente Führungskräfte und Top-Unternehmen gehen anders heran und gestalten Realitäten bewusst durch Entscheidungen. Sie entscheiden sich besessen, beharrlich und belehrbar für einen klaren Fokus, nutzen wenige einschlägige Tools und pflegen beste Gewohnheiten in der kurzen, mittleren und langen Frist, um die richtigen Dinge auf richtige Weise geregelt zu bekommen. Zum Beispiel mit der Entscheidungsroutine: Wie ist die Lage? Bei uns und anderen (Kunden, Wettbewerb, Stakeholder, …)? Was ist der Auftrag (Vision, Strategie, Ziele, …)?  Was führen wir in welcher Reihenfolge mit welchen Prioritäten durch: Wer macht was wann wo wie mit wem und wozu? Solche Entscheider fahren den hemmenden (aber nicht komplett vermeidbaren) Feuerwehr-Modus radikal auf bis zu 30 Prozent herunter, indem sie unterscheiden, was wichtig, was dringlich und was wirksam ist. In der Folge entscheiden sie sich bewusst und konsequent dafür, mit positiven „Neins“ und „systematischem Müll“ gegen nicht-wichtige und nicht-dringliche Ablenkungen vorzugehen. Ein strategischer Blick auf die übergeordnete Zielsetzung hilft dabei, zum Beispiel: Was ist nun notwendig? Was ist dazu wichtig? Was funktioniert? Was ist der nächste Schritt?

Damit gewinnen exzellente Führungskräfte Spielraum in vielerlei Hinsicht. Sie gestalten zum Beispiel das eigentliche Tagesgeschäft und notwendige Routinen nicht mehr nur „gut genug“, sondern herausragend. Sie definieren und kommunizieren bewusst eine motivierende Vision und schaffen adäquate Strategien und Strukturen und etablieren wirksame Systeme, intelligente Standards und die stetige Befähigung der beteiligten Menschen. Exzellenz braucht dazu Zeit, Disziplin und das konsequente Streben nach kluger Vereinfachung, echter Wirkung und Ideen ohne Verschwendung von Energie, Ressourcen, Geld und Fokus.

Wer durch bewusste Entscheidungen und durch Prinzipien der stetigen Veränderung und Bewegung nach vorne das Tagesgeschäft gezielt verschlankt und optimal gestaltet, der gewinnt Freiraum um über Ideen, Verbesserung und Entwicklung nachzudenken und umzusetzen. In einer „Ideenzeit“ werden Projekte und Lösungen möglich, die es nicht nur in der Gegenwart, sondern in der Zukunft ermöglichen, die richtigen Dinge auf die richtige Weise zu machen und dabei Spaß zu haben und Ergebnisse zu erzielen.

Spitzenunternehmen und Führungskräfte investieren bis zu 30 Prozent der Zeit, Energie, Ressourcen und Budgets in die Entscheidung, Spielraum und Puffer zur kontinuierlichen Evolution zu schaffen. Wer sich und andere führt und inspiriert, sich ganz bewusst Zeit und Raum für Ergebnisse, Verbesserung und Entwicklung zu nehmen, wird regelmäßig belohnt werden.

Echte Entscheider machen es sich zur Mission und Passion, jeden Tag mit einem „Lächeln“ rauszugehen und Menschen sowie ihre Organisationen dabei zu begleiten, zu ihrer besten Version zu werden. Was dabei hilft, sind klare Entscheidungen und die Umsetzung durch Führen als Vorbild: Eine letzte Sache zum Abschluss: Das „Lächeln“, das Entscheidungsfreude, -kraft und -intelligenz befeuert, merke ich mir persönlich ganz einfach mit dem Akronym „Smile“, das ich an der Stelle noch mit den Lesern teilen möchte:

  • Strategischer Blick: Kenne die Lage und das Ziel. Richte den Fokus auf zielorientierte Wirkung aus.
  • Mission ist Passion: Lebe und führe auftragsorientiert mit Leidenschaft. Liebe Entscheidungen!
  • Inspiration von den Besten: Studiere die besten Beispiele, auch schon bevor es notwendig ist.
  • Lebensführung: Führe Dich selbst und andere. Entscheide und mache RICHTIGE Dinge richtig.
  • Entscheidungen wirken: Entscheidungen prägen unsere Ergebnisse, Erfolge und Persönlichkeit.

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Florian T. Hochenrieder, Partner, STAUFEN.AG

„Häufig sind die Entscheidungen, die wir nicht treffen, die teuersten, schädlichsten und gefährlichsten.“ E-mail: Florian.hochenrieder@staufen.ag

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