

„Wie Montanhydraulikden Transformationsprozessmeistert“
Vom Trouble Shooter zur strategischen ExzellenzAuch erfolgreiches Wachstum bringt Herausforderungen mit sich – so wie bei Montanhydraulik: Die westfälische Traditionsfirma stand vor der Aufgabe, sich ändernden Kundenanforderungen, neuen Marktbedingungen und gestiegenem Wettbewerbsdruck zu stellen. Unterstützt von Staufen, part of Accenture, transformiert die Geschäftsführung um Jens Ennen das Unternehmen in eine agile und global ausgerichtete Organisation und stößt damit einen umfassenden Kulturwandel an.
Mit der Ernennung von Jens Ennen zum CEO im September 2023 begann bei Montanhydraulik, einem echten „Hidden Champion“ des deutschen Mittelstands, eine neue Ära: Denn das Unternehmen möchte den Sprung in die Zukunft nicht nur technologisch, sondern vor allem auch kulturell und strategisch schaffen.
Im Zentrum stehen dabei ein umfassender Transformationsprozess und der Mut, alte Denkmuster zu hinterfragen. Kern der strategischen Neuausrichtung ist die Transformation vom tagesgeschäftsgetriebenen Unternehmen in eine Organisation, die proaktiv in Verbesserungsprojekten denkt und arbeitet. In allen Bereichen des Unternehmens sind riesige Potenziale vorhanden, die es zu heben gilt.
„Das Unternehmen ist in der Vergangenheit stark gewachsen, aber immer nach der Devise: ‚Schuster, bleib bei deinem Leisten.‘ Der Fokus lag auf der eigenen technischen Stärke. Themen wie Digitalisierung, internationale Integration oder strategische Weiterentwicklung wurden zu wenig adressiert – deshalb jetzt dieser Strategie- und Kulturwandel“, beschreibt Ennen die Ausgangslage.
Jahrzehntelang war Montanhydraulik geprägt von Stabilität, technischer Exzellenz und organischem Wachstum. Doch mit der zunehmenden Internationalisierung stießen die bisherigen Strukturen und Denkweisen an ihre Grenzen. Zudem haben sich Marktbedingungen geändert: Der internationale Wettbewerb hat sich verschärft, insbesondere durch Unternehmen in Fernost, aber auch europäische Hersteller sind von der Qualität her und preislich in der Lage, wettbewerbsfähig zu agieren. Die Konkurrenz versucht in allen relevanten Bereichen, Marktanteile von Montanhydraulik zu übernehmen. Das erklärte Ziel des neuen CEO ist eine Unternehmenskultur mit gemeinsamem, vernetztem Handeln: „Weg von lokaler Denkweise, hin zu globaler Sichtweise.“ Das erfordert viel Überzeugungsarbeit.
„Motion2Performance“ als Startpunkt
Der Transformationsprozess, intern als „Motion2Performance“ (M2P) bezeichnet, startete Ende 2023 mit einer breit angelegten Initiative zur Strategieentwicklung, bei der von Anfang an die Führungskräfte in die Strategiearbeit eingebunden waren. Für viele von ihnen war dies eine neue Erfahrung. Über mehrere Workshops wurden die strategischen Schwerpunkte und Ziele bis 2030 definiert – mit Fokus auf Marktexpansion, Digitalisierung und Standardisierung, Organisationsentwicklung, der stärkeren Integration der internationalen Tochtergesellschaften sowie Nachhaltigkeit. Die Operationalisierung der Strategie zur Erreichung der in M2P definierten Unternehmensziele erfolgt über ein stringentes Projektmanagement, das die strukturierte Umsetzung im Geschäftsalltag absichert. Das Change Management und die begleitende Kommunikation sind entscheidende Erfolgsfaktoren im Transformationsprogramm. Aus diesem Grund wurde als eine der ersten Maßnahmen ein Strategy & Project Management Office (S&PMO) ins Leben gerufen.
Für das Design des Transformationsprogramms, die Operationalisierung der Strategie sowie zur Unterstützung beim Aufbau des S&PMO holte sich Montanhydraulik die Beraterinnen und Berater von Staufen an Bord.
„Für diesen Wandel brauche ich keine Hochglanzfolien, sondern konkrete Fortschritte. Das bis zu zehnköpfige Beraterteam um André Zofka bringt fachliches Know-how mit, spricht mit unseren Experten auf Augenhöhe und entwickelt praxisnahe Lösungen. Staufen passt deshalb so gut zum Mittelstand, weil die Berater auch gerne selbst auf dem Shopfloor stehen“, betont Jens Ennen.
Im Vordergrund stehen dabei Themen wie Change-Management, Lean Production, Einkaufsoptimierung und auf Wachstum ausgerichtete Vertriebsinitiativen.


Mehr Transparenz, Effizienz und Teamgeist
Die bisherigen Ergebnisse sprechen für sich: Dank der etablierten Fließfertigung konnte die Durchlaufzeit für ein Serienprodukt beispielsweise von neun auf rund drei Wochen gesenkt werden – perspektivisch hat man sogar nur noch wenige Tage im Blick. Zudem konnte der Umlaufbestand um 65 % gesenkt werden. Bei der Hauptproduktgruppe Wippzylinder ließ sich über ein Gleichteilekonzept und die Etablierung einer Konstruktionsrichtlinie die Variantenvielfalt der Hauptkomponenten um 50 bis 80 % reduzieren. Parallel dazu wurden im Einkauf durch Anwendung verschiedener Sourcing-Strategien deutliche Einsparungen in den Hauptwarengruppen erzielt.
Auch im Vertrieb und in der Zusammenarbeit der internationalen Standorte ist ein Umdenken spürbar. Die Teams arbeiten mit klaren Zielen und KPIs, die Führungskräfte übernehmen Verantwortung und treiben Projekte eigenständig voran. Die tagesgeschäftsgetriebene Organisation ist projekt- und veränderungsorientierter geworden. „Datentransparenz und eine verlässliche Zahlenbasis sind notwendig, um Fortschritte in Bereichen wie Qualität, Produktivität oder Lieferfähigkeit in der Fertigung messbar zu machen. Deshalb haben wir die Funktion ‚Head of Digital Transformation‘ geschaffen, um digitale Prozesse zu strukturieren und zu vereinheitlichen.“
Doch der Wandel verläuft nicht ohne Reibungen. „In unserer Prozesslandschaft und auch beim Durchsetzen des Lean-Gedankens gibt es sowohl in der Produktion als auch in den administrativen Abläufen noch viel Potenzial. Abläufe können heutzutage effizienter und eleganter gelöst werden als mit E-Mails oder großen Konferenzen“, gibt Ennen offen zu. Besonders die Umstellung von gewachsenen Strukturen auf neue, digitale Prozesse sowie die Überwindung von Silodenken erfordern Geduld und Ausdauer.
Es ist kein rein technisches oder zahlengetriebenes Projekt, sondern eine umfassende Transformation, bei der der Kulturwandel eine zentrale Rolle spielt. Die Montanhydraulik zeigt, wie ein Mittelständler mit Mut, Offenheit und praxisnaher Begleitung die Wende zum global vernetzten Unternehmen schaffen kann.André Zofka
Senior Expert, Staufen, part of Accenture


Ausblick: Vier Hebel für die Zukunft
Für die kommenden Jahre sieht der Montanhydraulik-CEO vier zentrale Aufgaben: die konsequente Umsetzung der neuen Strategie, die Integration der internationalen Standorte, die weitere Digitalisierung und Automatisierung sowie die Entwicklung einer wirklich globalen Unternehmenskultur. „Wir machen das Unternehmen damit fit für die nächsten 75 Jahre“, so Jens Ennen.
Zur Person
Seit September 2023 ist Jens Ennen CEO und Vorsitzender der Geschäftsführung. Er ist Diplom-Ingenieur mit über 30 Jahren Branchenerfahrung und war zuvor unter anderem CEO der Tadano Demag GmbH und Tadano Faun GmbH. Er gilt als Experte für Transformation und internationale Integration.

Über Montanhydraulik
Die Montanhydraulik GmbH ist ein weltweit führender Anbieter von Hydraulikzylindern und hydraulischen Systemen. Das Unternehmen im westfälischen Holzwickede beschäftigt rund 1.100 Mitarbeitende an zehn Standorten weltweit und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von ca. 260 Millionen Euro. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen: Fahrzeugbau, Mobilkrane, Bau- und Erdbewegungsmaschinen, Tunnelvortriebsmaschinen, On- und Offshore-Anwendungen, Öl- und Gasindustrie, Stahlwasserbau, Industrietechnik, Abfallmanagement
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