

Die Schönheit liegt im Detail:
Wie Art Cosmetics mit Value Stream Excellence seine Abläufe neu erfandIn der Welt der Kosmetikherstellung trifft Präzision auf Kreativität – und der Markteinführungszeitpunkt kann über Erfolg oder Misserfolg von Marken-Launches entscheiden. Hier hat ein italienisches Unternehmen die heikle Balance zwischen operativer Exzellenz und Produktinnovation gemeistert. Art Cosmetics, ein Marktführer in der Auftragsfertigung für die Beautybranche, hat mit Staufen, part of Accenture, nicht nur viele Prozesse, sondern auch seinen gesamten Ansatz für die Kundenversorgung umgestaltet.

MARCO QUOTADAMO
General Manager
Art Cosmetics S.r.l.

GIANCARLO ORIANI
Managing Director
Staufen, part of Accenture

NICOLA AZZARETTI
Chief Operating Officer
Art Cosmetics S.r.l.

ADRIANO AMBROSINI
Business Process,
Controlling & Reporting Manager
Art Cosmetics S.r.l.
Ein komplexes Gefüge
Seit über drei Jahrzehnten genießt Art Cosmetics den Ruf, als innovativer Partner in allen Marktsegmenten – vom Massenmarkt bis zum Luxussegment – Maßstäbe zu setzen. Das italienische Unternehmen beliefert heute mehr als 150 Kunden in europäischen, US-amerikanischen und nahöstlichen Märkten und hat sich als zuverlässiger Auftragshersteller etabliert. Doch mit dieser Erfolgsgeschichte ging auch eine Herausforderung einher, wie sie viele wachsende Produktionsbetriebe kennen: zunehmende Komplexität, die genau jene Kundennähe gefährdete, die Art Cosmetics stark gemacht hatte.
„Zu Beginn unserer Zusammenarbeit mit Staufen offenbarte die Wertstromanalyse ein deutliches Bild: Informationen waren stark fragmentiert, der Überblick über den Produktionsfluss fehlte oft“, erinnert sich Adriano Ambrosini, Manager für Business Process, Controlling & Reporting bei Art Cosmetics. „Diese Intransparenz sorgte nicht nur für Wartezeiten, sondern auch für Ineffizienzen in der Materialsteuerung.“
Die Symptome waren unübersehbar: Silos behinderten den Informationsfluss, Engpässe durchzogen die Herstellung. Besonders kritische Prozesse für die Lieferfähigkeit, wie die termingerechte Lieferung von Verpackungsmaterial und die Freigabe von Farbtönen, ließen sich kaum noch planbar steuern. Schnell wurde klar: Hier ging es nicht um punktuelle Verbesserungen, sondern um ein grundsätzlich neues Verständnis dafür, wie Informationen und Materialien entlang der Wertschöpfungskette bewegt werden.
Unsere Stärke ist die kontinuierliche Verbesserung, ein Ansatz, der uns konstant in der Entwicklung unserer Prozesse und Leistung begleitet. Dies war der Ursprung unserer Zusammenarbeit mit Staufen.Marco Quotadamo
General Manager, Art Cosmetics
Den Weg zur Exzellenz vermessen
Die Lösung begann mit einer bewährten, aber wirkungsvollen Methode: dem Value Stream Mapping (VSM). Dieses Instrument half Art Cosmetics und Staufen, part of Accenture, ein detailliertes Bild sämtlicher Informations- und Materialflüsse zu zeichnen und so verborgene Schwachstellen und Potenziale sichtbar zu machen.
„Wir haben auf ein bewährtes Vorgehen gesetzt“, erklärt Giancarlo Oriani, Managing Director von Staufen in Italien. „Mit Value Stream Mapping konnten wir Abläufe transparent machen und gezielt Ansatzpunkte für Verbesserungen identifizieren. Im nächsten Schritt ging es darum, die Synchronisation der Prozesse zu optimieren und die Steuerungsfähigkeit deutlich zu erhöhen.“
Zwei Schlüsselfaktoren standen im Zentrum der Transformation: zum einen die mangelnde Transparenz, weil Informationen von einzelnen Teams nicht konsequent geteilt wurden, zum anderen der Handlungsbedarf in der Kundenversorgung – insbesondere bei der termingerechten Bereitstellung von Verpackungen und Farbfreigaben, die bisher oft den Liefertermin gefährdeten.
Statt auf eine Standardlösung setzte das Projektteam auf ein Pilotprojekt im Bereich Puderprodukte – jener Produktkategorie, die am stärksten unter den erkannten Schwachstellen litt. Dieses Pilotvorhaben sollte als Proof of Concept dienen, bevor der neue Ansatz auf das gesamte Unternehmen ausgeweitet würde.


Neugestaltung mit Wirkung
Nach der Wertstromanalyse folgte die konsequente Neugestaltung. In enger Zusammenarbeit sämtlicher Bereiche – vom Einkauf bis zum Vertrieb – wurden Planungsprozesse neu organisiert und spezielle Programme für die Terminsteuerung eingeführt. Dabei ging es nicht nur um die Optimierung bestehender Abläufe, sondern auch um einen grundlegenden Wandel in der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit.
„Das Projekt mit Staufen hat unser Unternehmen vor allem organisatorisch und produktionstechnisch vorangebracht“, betont Nicola Azzaretti, Chief Operating Officer von Art Cosmetics. „Wir haben Rollen und Verantwortlichkeiten neu definiert, Planungs- und Steuerungsprozesse verbessert und sowohl kurzfristige als auch mittel- und langfristige Ziele klarer festgelegt.“
Auch die Produktion profitierte erheblich. Das Team analysierte die Ursachen für Stillstände, startete gezielte Initiativen, verkürzte Wartezeiten und optimierte sowohl den Materialfluss als auch die interne Logistik. All das waren keine Einzelmaßnahmen, sondern Teile einer systematischen Strategie für operative Exzellenz.
Das Fundament der Transformation
Die Neuausrichtung brachte vier wesentliche Verbesserungen, die die Arbeitsweise von Art Cosmetics nachhaltig veränderten:
- Neue Rollen und Verantwortlichkeiten: Klare Zuständigkeiten ersetzten bisherige Unklarheiten, Entscheidungswege wurden schneller und transparenter.
- Gestraffte Produktionsabläufe: Durch die konsequente Beseitigung von Verschwendung und Engpässen entstanden flüssigere, zuverlässigere Prozesse.
- Standardisierte Arbeitsmethoden und Werkzeuge: Einheitliche Vorgehensweisen reduzierten Abweichungen und steigerten die Qualität.
- Optimierte Produktionszyklen: Die Zeit vom Auftragseingang bis zur Auslieferung verkürzte sich deutlich.
Besonders wirkungsvoll war die Einführung einer zentralen Dokumentation und strukturierter Meetings – ein vermeintlich kleiner Schritt mit großer Wirkung auf die Kommunikation und Abstimmung im Unternehmen.
„Wir haben den Terminplanungsprozess komplett neu aufgesetzt und spezialisierte Systeme integriert“, berichtet Adriano Ambrosini. „So konnten wir den Servicegrad und die Lieferperformance signifikant steigern. Das ist erst der Anfang, aber der Weg ist klar: Wir bauen eine effiziente, reaktionsschnelle Produktionskette auf, die den Kundenanforderungen jederzeit gerecht wird.“

Messbarer Erfolg
Die Ergebnisse sprechen sowohl für die Herangehensweise als auch für das Commitment von Art Cosmetics: Die Durchlaufzeiten – also der Zeitraum vom Auftragseingang bis zur Fertigstellung – sanken um 20 Prozent. Noch eindrucksvoller: Die Termintreue verbesserte sich um 30 Prozent, ein entscheidender Faktor für die Kundenzufriedenheit im Auftragsgeschäft.
„Ich kann mit großer Zufriedenheit sagen, dass unser Engagement bei Art Cosmetics ein voller Erfolg war“, zieht Giancarlo Oriani Bilanz. „Die Ziele waren klar: kürzere Durchlaufzeiten und eine höhere Termintreue – und genau das haben wir erreicht.“
Diese Fortschritte sind mehr als nur operative Kennzahlen. Sie stärken die Position von Art Cosmetics, um in einem Markt zu bestehen, in dem Markenhersteller immer schnellere Markteinführungen und absolute Verlässlichkeit fordern.
Mit Blick nach vorn
Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt will Art Cosmetics den neuen Ansatz nun unternehmensweit ausrollen.
„Unsere Stärke ist die kontinuierliche Verbesserung – sie begleitet uns auf dem Weg zu robusteren Prozessen und Leistungen“, betont Marco Quotadamo. „So entstand auch die Zusammenarbeit mit Staufen, aus der dieses Projekt hervorgegangen ist: eine konsequente Rationalisierung unserer Abläufe, beginnend mit der Wertstromanalyse und der anschließenden Neugestaltung.“
Das Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie sich bewährte Lean-Methoden, konsequent angewandt, auch in komplexen, kundengetriebenen Fertigungsumgebungen entfalten und messbare Ergebnisse erzielen können.
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