
Industrie-Studie: Unternehmen werden krisenfester
Doch bei der Zukunftsfähigkeit hinkt die DACH-Region hinterher
PRESSEMITTEILUNG
Die Wirtschaft hat aus den vergangenen Krisen gelernt: Laut einer aktuellen Umfrage der Unternehmensberatung Staufen, Part of Accenture, schätzen heute neun von zehn Unternehmen ihre Resilienz als eher oder sogar sehr hoch ein – ein klares Plus gegenüber dem Vorjahr. Doch während die Widerstandsfähigkeit steigt, bleibt die Frage nach der tatsächlichen Zukunftsfähigkeit häufig vielerorts offen. Für die Studie wurden mehr als 300 Unternehmen in der DACH-Region befragt.
„Die Industrie hat gelernt, mit Krisen umzugehen. Vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten, steigender Zölle und Lieferengpässe ist dies eine positive Entwicklung“, sagt Staufen-CEO Wilhelm Goschy. 87 Prozent der Unternehmen in der DACH-Region halten sich für sehr oder eher widerstandsfähig. Vor einem Jahr waren es 81 Prozent. Der Anteil der Unternehmen, die sich als sehr resilient bezeichnen, ist sogar von 20 auf 25 Prozent gestiegen.
Einen wesentlichen Grund dafür sieht Industrie-Experte Goschy in den Belastungen der vergangenen Jahre: „Die Unternehmen haben ihr Risikomanagement verbessert, digitale Technologien ausgebaut und ihre Lieferketten diversifiziert. Diese drei Faktoren tragen entscheidend zur neuen Widerstandsfähigkeit bei.“
Doch so widerstandsfähig viele Unternehmen auch sind, so schwer tun sie sich mit dem nächsten Schritt: dem Sprung zu einer wirklich nachhaltigen und zukunftsgerichteten Unternehmensführung. Vor allem in der DACH-Region sind die Zweifel am Geschäftsmodell groß, während etwa in den USA der Optimismus überwiegt, wie eine zusätzliche Befragung unter 280 US-Unternehmen zeigt.


Wilhelm Goschy
Zukunft braucht mehr als nur Optimierung
Nur ein Viertel der Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz hält das eigene Geschäftsmodell für sehr zukunftssicher. In den USA sind es mehr als die Hälfte. Der Unterschied liegt vor allem in der Herangehensweise. Gefragt nach den Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Geschäftsmodells greifen die Unternehmen in der DACH-Region vor allem auf bewährte Mittel zurück.
Die Top 3 sind:
- 59 Prozent wollen neue Märkte und Produkte erschließen
- 48 Prozent wollen schneller auf Marktveränderungen reagieren
- 40 Prozent setzen auf eine stärkere Individualisierung ihrer Angebote
Staufen-CEO Goschy sieht darin ein vertrautes Muster: „Die DACH-Industrie ist stark in inkrementellen Verbesserungen. Echte Transformation braucht aber mehr – sie braucht den Mut, Bestehendes in Frage zu stellen.“
In den USA sieht die Prioritätensetzung deutlich anders aus. Dort setzen die Unternehmen vor allem auf den verstärkten Einsatz digitaler Technologien und Plattformen (53 Prozent). Und während neue Märkte und die Reaktion auf Marktveränderungen ebenfalls stark gewichtet werden, spielen datenbasierte Entscheidungen (42 Prozent) und Investitionen in Forschung, Entwicklung und Kreativität (41 Prozent) eine deutlich wichtigere Rolle als in der DACH-Region.
Mut und Agilität gewinnen an Bedeutung
Digitalisierung ist dort kein Zusatzprojekt, sondern Kernbestandteil des Geschäftsmodells. Wilhelm Goschy: „Was in den USA selbstverständlich ist, wird hierzulande oft noch als ‚Zukunftsmusik‘ betrachtet.“
Dieser Mentalitätsunterschied ist kein Zufall. Der riesige amerikanische Binnenmarkt, ein pragmatischer Umgang mit Daten und eine innovationsfreundliche Mentalität fördern agiles Vorgehen. In Europa hingegen dominieren Regulierung, Komplexität – und oft eine gewisse Vorsicht. „Der technologische Rückstand im digitalen Bereich könnte in den kommenden Jahren zu einem echten Wettbewerbsnachteil werden – gerade in Zeiten wachsender globaler Spannungen“, warnt Goschy.

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Über die Studie:
Für die vorliegende Studie wurden im November 2024 insgesamt 313 Industrieunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt.
Zusätzlich erfolgte eine Befragung unter 280 Unternehmen in den USA.


Wilhelm Goschy
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