

Leadership at work
Wie TGW Logistics die Rolle der Führung neu denktTGW Logistics ist Spezialist für hochautomatisierte Intralogistiksysteme auf der ganzen Welt. Das Unternehmen mit Headquarter in Österreich realisiert unter anderem für globale E-Commerce-Riesen komplexe Fulfillment Center. Doch das Wachstum, die Projektvielfalt und die internationale Expansion stellten die Organisation vor Herausforderungen. Ein auf die Anforderungen des Projektgeschäfts angepasstes Shopfloor Management sorgt nun für optimierte interne Abläufe.
Das im Herbst 2023 von TGW Logistics zusammen mit Staufen, part of Accenture, gestartete Transformationsprogramm beinhaltet zwei zentrale Stellhebel: die Optimierung des Projektabwicklungsprozesses sowie ein neues Verständnis von Führung unter dem Titel „Leadership at Work”.
Warum dieser Schritt notwendig war, erklärt Klaus Prechtl, COO Central Europe bei TGW Logistics: „Eine Analyse der Prozesse offenbarte ein erhebliches Verbesserungspotenzial. Es ging darum, Reibungsverluste zwischen den Fachbereichen zu minimieren und unnötige Mehrarbeit zu vermeiden.“
Der Druck zur Veränderung kam dabei nicht von der Kundenseite, sondern aus dem Inneren des Unternehmens.
Projektabwicklung neu gedacht
Ein zentraler Hebel war der Projektabwicklungsprozess. Anstelle des Prinzips, Aufgaben so spät wie möglich einzuplanen, setzt TGW Logistics nun konsequent auf Frontloading. Dabei werden Schnittstellen und Risiken früher geklärt und Voraussetzungen für eine reibungsfreie Inbetriebnahme systematisch geschaffen. Die Quality Gates wurden entschlackt, neu strukturiert und sowohl mit internen als auch mit kundenrelevanten Kriterien verknüpft. „Heute wissen alle Beteiligten, was wann freigegeben ist und wer welchen Beitrag leisten muss“, so TGW Logistics-Manager Prechtl.
Doch Prozesse allein genügen nicht. Entscheidend für die Umsetzung ist das Mindset der Führungskräfte. Deshalb hat TGW Logistics mit „Leadership at Work” ein eigenes, maßgeschneidertes Shopfloor Management-Format entwickelt. Der Anspruch: weg vom Kontrolldenken, hin zu echter Unterstützung. „Wir wollen nicht wissen, ob alles grün ist, sondern wo es Probleme gibt, damit wir gemeinsam Lösungen finden“, sagt Marc Victorin, einer der Projektleiter. Dafür müssen Führungskräfte alte Verhaltensmuster ablegen und stattdessen lernen, sich zurückzunehmen, zuzuhören und Probleme nicht als typischer Firefighter zu lösen. Das oberste Ziel besteht nun darin, Teams zu befähigen, Herausforderungen aus dem Wege zu schaffen. Die zentrale Frage lautet: „Was braucht ihr, um dieses Problem selbst zu lösen?”
Wir wollen das Mindset verändern. Weg von der Alibifrage ‚Alles im grünen Bereich? – hin zu einem offenen Umgang mit Problemen. Denn nur so können Führungskräfte aktiv unterstützen und Verantwortung dorthin bringen, wo Wert entsteht.MARC VICTORIN
Projektleiter, TGW Logistics

Mindset ist wichtiger als Methoden
Die Umsetzung erfolgt in Wellen, an denen jeweils 10 bis 14 Führungskräfte teilnehmen. Jede Gruppe wird mehrere Wochen lang von internen Coaches begleitet, die Feedback geben und das Verhalten der Teilnehmenden reflektieren. „Wir haben keine reine Tool-Schulung gemacht“, betont Victoria Stocker-Lausberger. Die Lean-Expertin und zweite Projektleiterin von „Leadership at Work“ ist überzeugt: „Es geht um Haltung. Erst wenn das Mindset stimmt, greifen Methoden.“
Das zeigt Wirkung: „Je länger Führungskräfte ‚Leadership at Work‘ anwenden, desto mehr erkennen sie den Mehrwert“, so Marc Victorin. Die sogenannte Prozessbestätigung – ein strukturierter Dialog zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden, um aktuelle Prozessstandards zu überprüfen und weiterzuentwickeln – hat sich zu einer beliebten und wirkungsvollen Führungsaufgabe entwickelt.
Trotz der aus dem Programm „Leadership at Work“ vorgegebenen Struktur bleibt klar: Führung darf kein Korsett sein. Jedes Team entwickelt sein eigenes „Leadership at Work“-Board. „Wir wollen keine Copy-and-Paste- oder One-Size-fits-all-Lösung“, betont Victoria Stocker-Lausberger. „Jedes Team arbeitet anders, und das berücksichtigen wir. Genau das sorgt für die Akzeptanz unseres Ansatzes.“
Diese Flexibilität ist eine klare Stärke des Projekts, auch für den geplanten globalen Roll-out. Denn während in Österreich und Deutschland schon die ersten Früchte geerntet werden, steht nun die Anwendung in den anderen internationalen Niederlassungen an. Auch hier wird auf den erarbeiteten Standard für das Coaching der Führungskräfte und die bewährten Tools zurückgegriffen – ohne regional sinnvolle Anpassungen zu unterbinden.


Zitate & Stimmen

Unsere Führungskräfte spielen eine zentrale Rolle im Transformations-Prozess. Mit „Leadership at Work“ etablieren wir ein neues Verständnis von Führung, das auf Transparenz, Coaching und Problemlösung setzt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mindset-Veränderung bereits Früchte trägt.“DR. HENRY PUHL
Geschäftsführer, TGW Logistics

Leadership at Work‘ schafft die Voraussetzungen für konstant hohe Qualität. Themen werden in einemKLAUS PRECHTL
festen Rhythmus bearbeitet, Verbesserungen umgesetzt und KPIs gesammelt, aufbereitet und analysiert. So erkennen wir im Nachgang, ob die Maßnahmen erfolgreich waren. Systematik und Reproduzierbarkeit sind entscheidend.
COO Central Europe, TGW Logistics

TGW Logistics ist eine reine ProjektorganisationJAN HAUG
ohne große Anteile an serieller Fertigung. Das macht
Verbesserungen komplizierter. Aber durch die klaren Kommunikationsstrukturen und ‚Leadership at Work‘ in Gänze entstehen täglich neue Standards, die echten Wandel und globale Verbesserung ermöglichen.
Projektleiter, Staufen, part of Accenture

Einige Führungskräfte berichten, dass sie in den letzten sechs Monaten mehr Probleme gelöst haben als in den zwei Jahren zuvor. Der Grund dafür ist die konsequente Fokussierung auf die Problemlösung. Sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeitende gehen nun proaktiv an Herausforderungen heran und setzen zielgerichtete Maßnahmen um. Unser Grundsatz ist klar: Jedes Problem erfordert eine konkrete Maßnahme.VICTORIA STOCKER-LAUSBERGER
Projektleiterin, TGW Logistics
Fazit
TGW Logistics hat nicht nur seine Prozesse neu geordnet, sondern auch das Verständnis von Führung verändert – den zentralen Standardisierungsfaktor in einer Projektlandschaft, die von Individualisierung geprägt ist. Der Weg ist sicherlich fordernd, aber lohnend: eine neue Dialogkultur, mehr Eigenverantwortung und eine optimierte Projektabwicklung. Klaus Prechtl bringt es auf den Punkt: „Transformation funktioniert nicht auf Befehl. Sie muss von innen kommen.“

Über TGW Logistics
TGW Logistics ist ein international führender Anbieter hochautomatisierter Intralogistik-Lösungen mit Sitz in Österreich. Das 1969 gegründete Unternehmen entwickelt alle zentralen Komponenten selbst – von Software und Robotik bis hin zu mechatronischen Modulen.
TGW Logistics beschäftigt mehr als 4.500 Mitarbeitende aus 69 Nationen und erzielte zuletzt einen Umsatz von gut einer Milliarde Euro. Eigentümerin ist die TGW Future Privatstiftung. Zwei Drittel des Gewinns von TGW Logistics bleiben im Unternehmen und werden in Innovationen, Mitarbeiterentwicklung und Spitzentechnologie reinvestiert.
Magazin bestellen
Im Fokus unseres Magazins, stehen Erfolgsgeschichten, die aufzeigen, wie Unternehmen diesen Herausforderungen begegnen, um in ihrem Wettbewerbsumfeld zukunftsfähig zu bleiben. Unsere Artikel stammen von Kunden, Partnern und Kollegen, die ihre praktischen Erfahrungen mit uns teilen.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

Shopfloor-Evolution

Mit mehr und effektiverer Führung zu höherer Produktivität
JETZT DAS MAGAZIN ALS DIGITALE VERSION ODER PRINTAUSGABE ANFORDERN
