„Nicht das Anfangen ist das Schwierige, sondern das Durchhalten.“

STAUFEN MAGAZINE 2021 | No. 4 | Marc Gassert | Input

Die Staufen AG sprach mit dem Vortragsredner und Buchautor Marc Gassert

Marc Gassert verbrachte einen Großteil seines Lebens in unterschiedlichen Kulturen auf verschiedenen Kontinenten und erlernte bei namhaften Großmeistern die asiatische Kampfkunst. Der „blonde Shaolin“ spricht sechs Sprachen und besitzt Meistergrade in Karate, Taekwondo und Shaolin Kung Fu. In München studierte er Kommunikationswissenschaft und Interkulturelle Kommunikation, in Tokio Japanologie. In seinen Vorträgen bietet er den Wissenstransfer zwischen fernöstlicher und westlicher Kultur.

Herr Gassert, was ist mit dieser Überschrift genau gemeint? Und was raten Sie in diesem Zusammenhang einem Unternehmer und seinem unternehmerischen Willen?

Um etwas Neues, Unerprobtes anzufangen benötigt man meist eine Art Überwindungsenergie, eine Motivationsspritze, ausreichend Druck, oder die Erkenntnis einer Notwendigkeit. Wenn der Ausgang einer Unternehmung allerdings ungewiss ist, kommt auch die Belohnung erst am Schluss. Deswegen verwende ich gerne den Satz Nicht das Anfangen wird belohnt, sondern das Durchhalten. Denn nur wer bereit ist den ganzen Weg zu gehen, erlebt eben auch am Ende den Erfolg. Nicht selten treten die großen Hürden, Hindernisse und Probleme erst unterwegs auf und waren in der Zielplanungsphase noch gar nicht sichtbar – deswegen wird es auf Strecke auch häufig komplexer und schwieriger, als es am Anfang schien. Unternehmer, die in der Lage sind Ihren Zielen eine große Strahlkraft zu geben, machen es allen Beteiligten einfacher, sich auf dem unbekannten, vielleicht steinigen Weg immer wieder neu zu motivieren und sich auf das Ziel zu freuen.

„Den Mutigen gehört die Welt“ ist ebenfalls eine bekannte Aussage von Ihnen. Haben wir in unserer Wirtschaft zu wenige mutige Entscheider?

Ganz klar: ja. Wir leben in einer Gesellschaft des Zögerns, Zauderns und der Zimperlichkeit. Wir haben Angst vor Entscheidungen und schaffen ungern Fakten. Wir reagieren lieber, als dass wir proaktiv handeln. Dabei wäre Mut genau das Richtige. Laut Aristoteles ist Mut die Tugend der Mitte, also genau zwischen dem Extrem Übermut und ängstlichem Zögern. In einer komplexen Umgebung ist das Entscheiden und Handeln mit einer nach vorne gerichteten Wagnisbereitschaft aus betriebswirtschaftlicher Sicht oft mit einem hohen Risiko verbunden und wird deswegen
gerne unterlassen. Auf der psychologischen und sozialen Ebene ist es genau andersherum. Mutige Menschen fühlen sich besser und eine Gemeinschaft mutiger Menschen entwickelt eine unglaubliche Leistungsbereitschaft. Also, lassen sie uns im Team mutiger werden!

Herr Gassert, was treibt uns an? Und was sollten Unternehmen beherzigen, wenn es um die Motivation ihrer Mitarbeitenden geht?

Nun, bei der „intrinsischen Motivation“ geht es hauptsächlich um unsere Werte. Es geht um das WARUM. Wer das entdeckt findet einen Kraftquell und einen Weg. Die Faustregel für Unternehmer ist deshalb: Wer Leistung will, muss Sinn stiften. Ergänzend zitiere ich gerne Nietzsche: Wer ein Warum zum Leben hat, findet auch ein Wie.

A Podcast for change Interview mit Marc Gassert

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