Automobilbranche: Im roten Drehzahlbereich

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Vorbei sind die Zeiten, in denen Automobilhersteller und -zulieferer mit erfolgreichen Produkten und Dienstleistungen sicher sein konnten, damit auch morgen noch am Markt zu bestehen. Die Welt dreht sich immer schneller: Innovation jagt Innovation, Kunden geben sich immer weniger mit der einen Standardlösung zufrieden. Was als Hightech die Entwicklungsabteilung verlässt, ist vielleicht bei Auslieferung schon hoffnungslos veraltet.

Derart weitreichende Veränderungen mit einem passenden Begriff zu fassen, ist nicht einfach, aber das Akronym VUCA trifft es recht gut: Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity, das sind die Faktoren, die gerade auch die Unternehmen der Automobilbranche heute herausfordern. Volatilität, trefflich verwandt mit dem lateinischen Begriff für „flüchtig“, beschreibt die immer höher werdende Geschwindigkeit von Veränderungen. Unsicherheit macht sich breit, denn die Grundfeste unternehmerischen Handelns sind längst nicht mehr so stabil, wie man sie einst kannte.

Die Komplexität nimmt stetig zu – die richtigen Schlüsse aus der Beobachtung der Märkte oder der Welt an sich zu ziehen, wird schwieriger. Oder vielleicht sogar unmöglich, denn das Prinzip der Mehrdeutigkeit stellt eine einmal getroffene Entscheidung immer wieder auf den Prüfstand.

Wie bleiben Unternehmen in diesem Umfeld erfolgreich?

Auf jeden Fall nicht, indem sie an gewohnten Strukturen und Kulturen festhalten. Wer die Realität meistern will, darf sie nicht verneinen, sondern muss sich ihr stellen. Fünf-Jahres-Pläne und starre Hierarchien scheitern angesichts der neuen Dynamik. Organisationsstrukturen müssen sich an den VUCA-Kriterien ausrichten. Agilität ist gefragt: interdisziplinäre Teams, die stetig die veränderlichen Voraussetzungen im Blick haben, die Strategien entsprechend anpassen und die Augen und Ohren dicht an Märkten und Kunden haben.

Der Idealzustand ist also eine agile Organisation, die Veränderungen frühzeitig erkennt. Sie ist in der Lage, sich selbst jederzeit schnell und flexibel anzupassen – natürlich immer unter Berücksichtigung ihrer eigenen Bedürfnisse. Diese gleichzeitig effiziente und effektive Organisation fokussiert sich auf Wertschöpfung und zwischenmenschliche Interaktion. Neben klaren Strukturen, Prozessen und Methoden wird die Kulturentwicklung im Unternehmen damit zu einer Schlüsselherausforderung für die Unternehmen.

mehr als 50 prozent erwarten bereits sehr kurzfristig starke veränderungen für das eigene unternehmen

Agilität ist gefragt: interdisziplinäre Teams, die stetig die veränderlichen Voraussetzungen im Blick haben, die Strategien entsprechend anpassen und die Augen und Ohren dicht an Märkten und Kunden haben.

Dr. thilo greshake, sector manager automotive staufen.ag

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